Das steckt hinter Bauarbeiten an der A3 bei Nentershausen
Teilweise wurde von der Bevölkerung spekuliert, dass es mit der seit fast sechs Jahrzehnten geforderten Umgehungsstraße für Nentershausen endlich losgeht, doch die aktuellen Arbeiten direkt an der Autobahn 3 bei Nentershausen stehen damit nicht im Zusammenhang.
Wie die Verbandsgemeinde Montabaur auf Anfrage der Ortsgemeinde Nentershausen mitgeteilt hat, wird aktuell auf Höhe des Möbelhauses XXXLutz auf beiden Seiten an einer neuen Trinkwasserleitung gearbeitet. „Sie verläuft unter der A3 und verbindet Nentershausen mit Görgeshausen und Niedererbach“, erklärt die Verbandsgemeinde auf Anfrage. Die alte Leitung besteht bereits seit 1966 und muss nun nach 60 Jahren außer Betrieb genommen werden.
Die neue Leitung wird rund 65 Meter lang sein und soll unter der Autobahn 3 hindurch verlaufen. Um die Trinkwasserverbindung zu verlegen, sind allerdings keine Arbeiten direkt auf oder an der Fahrbahn der viel befahrenen Autobahn notwendig und somit auch keine Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmer auf der A3. „Die neue Leitung wird unter der Autobahn hindurch gepresst“, beschreibt die Verbandsgemeinde gegenüber der Ortsgemeinde Nentershausen das angewendete Verfahren. Die Arbeiten sind entsprechend mit der Autobahn GmbH, die für den Betrieb und die Unterhaltung der A3 zuständig ist, abgestimmt. Rund 440.000 Euro kosten die Arbeiten für die neue Trinkwasserleitung, die komplett von der Verbandsgemeinde Montabaur getragen werden.
Dass die Kosten gegenüber vorherigen Vorlagen, die im Werkausschuss der VG behandelt wurden, von 2019 (185.000 Euro) und 2025 (230.000 Euro) erneut angestiegen sind, hat verschiedene Gründe: Neben generellen Baupreissteigerungen musste das Leistungsverzeichnis noch einmal ergänzt werden und auch in Absprache mit der Autobahn GmbH das Verfahren zum Einbringen der neuen Trinkwasserleitung unterhalb der Autobahn 3 noch einmal geändert werden. Ursprünglich war ein sogenanntes Horizontal-Spülbohrverfahren vorgesehen. Das nunmehr angewendete Pressverfahren ist dagegen teurer. Hinzu kommen laut Auskunft der Verbandsgemeinde-Verwaltung gegenüber der Ortsgemeinde Nentershausen, Aufwendungen im Zusammenhang mit beengten Baustellenverhältnissen und eingeschränkten Zufahrtsmöglichkeiten sowie zusätzliche bzw. detaillierter ausgewiesene Leistungen im Bereich der Schachtbauwerke. „Auch bei der Herstellung der Baustraße und der Zufahrten weichen die angesetzten Leistungen und Mengen teilweise von der ursprünglichen Kostenberechnung ab“, heißt es vonseiten der VG Montabaur. Die seit wenigen Wochen laufenden Arbeiten bei Nentershausen an der A3, die von der Firma Reuscher Tiefbau aus Rennerod durchgeführt werden, sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.
Text&Foto: Andreas Egenolf